Übernachten, wo einst der Sustmeister arbeitete
Die Stiftung Ferien im Baudenkmal hat eine historische Sust im bündnerischen Splügen in ihr Inventar aufgenommen. Das ehemalige Rasthaus für Säumer ist zu einer kleinen, aber feinen Ferienwohnung umfunktioniert worden.
Die Lage am Splügenpass prägte das gleichnamige Dorf im Kanton Graubünden: Über Jahrhunderte hinweg war der Transitverkehr hier rege. Das spiegelt sich auch in der Architektur wider. Braungebrannte Walserhäuser, stolze Palazzi und mächtige Susten sind Zeugen dieser Zeit. Nicht zuletzt deshalb hat die Denkmalpflege das Dorf als Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft und 1995 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet.
In einer der Splügner Susten kann nun übernachtet werden. Die Stiftung Ferien im Baudenkmal hat es in ihr Angebot aufgenommen, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Das kleine Gebäude liegt mitten im Dorfkern an der alten Passstrasse. Es ist ein auf einen Sockel gesetzter Strickbau mit Laube. Vom 14. bis ins 19. Jahrhundert lebte und arbeitete hier der Sustmeister, der sogenannte «Teiler» von Splügen. Seine Aufgabe war es, die herantransportierte Ware der Säumer, die über den Pass kamen, für den Weitertransport auf andere Säumer umzuverteilen. Wo einst Waren gelagert und die Säumer untergebracht waren, entstanden während der Restaurierung im Jahr 2010 historische Wohnräume mit zeitgemässem Komfort. Die ursprüngliche Bausubstanz wurde laut Mitteilung so weit als möglich erhalten. «So wurden die Wandöffnungen, durch die früher der Pferdemist entsorgt wurde, nicht etwa zugemauert, sondern aufwendig verglast und geben heute den Blick frei zum Stutzbach, der plätschernd am Baudenkmal vorbeifliesst», schreibt die Stiftung. (pd/mt)
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