Holzhochhaus in Sydney: Bepflanzter Turm mit filigraner Leichtigkeit
Die Pläne für einHybrid-Holzgebäudekönnten beim Hauptbahnhof im Zentrum von Sydney einen neuen städtebaulichen Akzent setzen. Auf den Etagen gehen Aussen- und Innenräume ineinander über. Finanziert werden soll der Turm vom Softwareunternehmen Atlassian.
Quelle: SHoP / BVN Architec
Visualisierung des Holzhochhauses: Freie Sicht ins australische Umland von den obersten Stockwerken.
Das Hochhaus soll nach dem Verfahren der Mass Timber Construction (MTC) unter Verwendung von Massivholz und einem Exoskelett aus Stahl als Tragstruktur erstellt werden. Die hybride Konstruktionsweise erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten in der Architektur unter Beachtung ökologischer Kriterien. MTC sieht BVN als «eine der hoffnungsvollsten Technologien»und als Beitrag der Bauindustrie zur Lösung der globalen Klimakrise.
Auf Energieeffizienz getrimmt
Die Nutzung erneuerbarer Energien und eine Netto-Null-Emission nennt Atlassian im Sinne einer Selbstverpflichtung als Ziel. SHoP Architects und das australische Designstudio BVN mussten daher konsequent einen energieeffizienten Ansatz wählen. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Neubau ähnlicher Grössenordnung soll mit der hybriden Gebäudekonstruktion rund 50 Prozent der Kohlenstoffemissionen vermieden und der Energieverbrauch halbiert werden können.
Solarpanels an der Fassade sollen den Strombedarf von Atlassian sogar zu 100 Prozent decken können. Für den Bau im gemässigten Klima Sydneys sind die Pläne für die Fassadengestaltung deshalb in einer Kombination von Selbstbeschattung und Stromerzeugung optimiert.
Die bestehende Jugendherberge (YHA) am Standort wird erneuert und in die unteren Ebenen des neuen Gebäudes integriert, in die Entwicklung einbezogen wird ebenfalls ein historischer Paketschuppen.
In dieser Art höchstes Gebäude der Welt
Das 180 Meter hohe Gebäude mit 40 Stockwerken, das dem Softwarekonzern als neuer Hauptsitz dienen wird, bietet Platz für insgesamt 4000 Mitarbeiter. Bei Vorliegen einer Genehmigung könnte nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden, geplant ist die Fertigstellung 2025.
Gebäude, die zu grossen Teilen aus Massivholz bestehen, werden auch in Tokio und in Vancouver gebaut, wo Pritzker-Preisträger Architekt Shigeru Ban nach hybrider Bauweise einen Gebäudekomplex mit Eigentumswohnungen realisiert. (sts)
Quelle: SHoP / BVN Architects
Im neu zu entwickelnden Bahnhofsquartier Sydney könnte das Hochhaus zu einer Art Ankergebäude werden.