Ausflugstipp «Zentrum Paul Klee»: In den Hügeln des Künstlers
Drei Hügel aus Stahl und Glas in einer Wiesenlandschaft: Im Zentrum Paul Klee befindet die weltweit grösste Sammlung mit Werken des Künstlers. Sie lädt zur Entdeckungsreise durcn seinen Kosmos. Im zur Dauerausstellung gehörenden Fokus geht es aktuell um die Architektur und Klees Kunst.
Quelle: Zentrum Paul Klee
Das Zentrum Paul Klee verfügt über die weltweit umfangreichste Sammlung mit Werken des Künstlers.
Es sieht fast aus, als hätte Paul Klee mit dem Zeichenstift eine Wellenlinie in eine Wiese gesetzt: das Zentrum Paul Klee in Bern. Der mit der Umgebung verschmelzenden Bau aus Glas und Stahl aus der Feder von Renzo Piano beherbergt die weltweit grösste Sammlung des Künstlers. Nächstes Jahr kann der Bau seinen 20. Geburtstag feiern. Rund 4000 Werke oder rund 40 Prozent seines Gesamtwerks lagern hier. Die 2400 Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche präsentiert, abgesehen von temporären Sonderausstellungen, in erster Linie das Schaffen Klees.
Eine Schachtel Muscheln
Allerdings wechseln die Exponate der Dauerausstellung stetig, indem laufend Schätze aus dem ebenfalls im Piano-Bau untergebrachten Archiv gezeigt werden. Dabei geht es nicht nur um seine Kunst. Sondern zum Beispiel auch um Klees Liebe zur Musik und um seine Schallplattensammlung oder etwa um seine Faszination für Muscheln, die er in den Ferien am Mittelmeer gesammelt hatte.
Letztere sind auch Thema einer originellen kleinen Videoserie des Museums: Unter dem Titel «Unpacking Klee» werden unerwartete und besondere Stücke aus dem Archiv präsentiert. Die Schachtel mit den Strandfunden hat Klee auf mehreren seinen Umzügen begleitet. Er nahm sie mit ans Bauhaus in Weimar und Dessau. Und später zog sie mit Klee nach Düsseldorf um und war 1933 im Gepäck, als Klee wegen der Nationalsozialisten nach Bern zurückkehrte, wo er aufgewachsen war.
Unpacking Paul Klee, Video des Zentrum Paul Klee.
Zwar in Münchenbuchsee bei Bern geboren, hatte Klee wegen seines bayerischen Vaters einen Deutschen Pass. Auch das erfährt man in einer Folge der Serie. - Insgesamt sind zehn Folgen geplant.
Klee und die Architektur
Teil
der Daueraustellung ist auch der Fokus-Raum: Hier finden jeweils kleine
Sonderschauen statt, die ein Aspekt von Klee und seinem Werk ins
Zentrum stellen. Aktuell und noch bis 13. Oktober widmet er sich der
Architektur. Denn Klees Werke waren auch auf das Interesse einiger
Architekten gestossen. Lina Bo Bardi hatte Werke von Klee erworben,
ebenso Aldo van Eyck oder Mies van der Rohe, der die grösste Sammlung
besessen hatte. Fasziniert dürften sie wohl zu einem grossen Teil von
Klees imaginären architektonischen Darstellungen gewesen sein. Aber
nicht nur dies: die Schweizer Architektin Lisbeth Sachs interessierte
sich für die Schriften des Künstlers, ebenso Aldo Rossi.
Quelle: Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee, "Beride (Wasserstadt)", 1927, 51 Feder auf Papier auf Karton, 16,3/16,7 x 22,1/22,4 cm Zentrum Paul Klee, Bern
Das üppig begrünte Areal oder vielmehr das «Fruchtland» um das Museum lädt im weiteren Sinne ebenfalls zum Entdecken von Paul Klees Welt ein: Wer den pinkfarbenen, rund um das Gebäude verteilten «Guckohren» folgt, erfährt einiges über eine der wichtigsten Inspirationsquellen des Künstlers, die Natur. Mehr dazu gibt es auch einen kleinen digitalen Führer. Dabei passiert man unter anderem einen kleinen Birkenwald, Obstbäume, einen Teich und ein Totholzbiotop.
Seit Herbst gedeiht beim Musuem auf einem Ackerstück Gerste, aus der Bier gebraut werden soll. Pünktlich zum Jubiläumsjahr 2025 soll es dann fertig sein.
Weitere Infos zur Sammlung, zur aktuellen Sonderausstellung - eine Retrospektive zur Künstlerin Sarah Morris (bis 4.8.) sowie Öffnungszeiten auf www.zpk.org
Quelle: Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee, "betroffener Ort", 1922, 109 Feder, Bleistift und Aquarell auf Papier auf Karton, 30,7 x 23,1 cm Zentrum Paul Klee, Bern
Quelle: Zentrum Paul Klee, Bern, Depositum aus Privatbesitz, Schweiz
Paul Klee, "italienische Stadt", 1928, 66 Feder und Aquarell auf Papier auf Karton 33 x 23,4 cm Zentrum Paul Klee, Bern, Depositum aus Privatbesitz, Schweiz
Quelle: Zentrum Paul Klee, Bern
Paul Klee, "Verfall einer Architektur", 1938, 483 Feder auf Papier auf Karton, 29,7 x 20,9 cm Zentrum Paul Klee, Bern