Stadt Thun einigt sich mit Seegemeinden in Verkehrsstreit
Die Stadt Thun will prüfen, ob mit einer teilweisen Aufhebung des Einbahnregimes in der Innenstadt und Verbesserungen beim Lauitorkreisel die Verkehrssituation entschärft werden kann. Das freut die staugeplagten Gemeinden am rechten Thunerseeufer.
Quelle: Kyle Wagaman flickr CC BY-NC-SA 2.0
Blick auf die Stadt Thun: Der Verkehr am rechten Thunerseeufer beschäftigt die Region seit Jahrzehnten.
Hilterfingen, Oberhofen, Sigriswil und Steffisburg unterstützten die vorgeschlagene Stossrichtung, schreibt die Stadt in einer Mitteilung vom Freitag. Am Lauitorkreisel soll bei der Zufahrt aus Richtung Obere Hauptgasse ein zweiter Fahrstreifen entstehen. Denn aus eine Analyse hatte ergeben, dass jedes zweite Fahrzeug in die Hofstettenstrasse abzweigt.
Mit der zusätzlichen Spur soll die Einfahrt in den Kreisel für die Fahrzeuge aus der Hofstettenstrasse verbessern und damit der Rückstau verringert werden, wie die Stadt festhält. Die Massnahme beim Kreisel soll ab Februar 2023 während eines halben Jahres getestet werden.
Einbahnregime wird versuchsweise aufgehoben
Versuchsweise aufgehoben werden soll ausserdem auch das Einbahnregime zwischen Guisanplatz und Marktgasse. Mit dieser Massnahme soll sich der Verkehr zwischen Freienhofgasse und Burggasse (Aarequerung Ost) und weiter Richtung Spital, Steffisburg und Goldiwil reduzieren. Wie der Verkehr stattdessen geführt werden soll, muss noch vertieft geprüft werden.
Die Stadt sieht aber eine mögliche Lösung darin, den Verkehr aus Richtung Allmendbrücke via Grabenstrasse zum Berntorkreisel zu führen und jenen vom Berntor her Richtung Allmendbrücke statt über die Grabenstrasse über die Route Bernstrasse-Kyburgstrasse-Schwäbisgasse.
Für den Verkehrsversuch sind diverse Abhängigkeiten zu berücksichtigen und die genaue Verkehrsführung zu klären. Je nach Variante ist gemäss Mitteilung eine provisorische Anpassung des Berntorkreisels nötig. Laut Stadt soll für die Auswertung ausserdem keine lokale Baustelle den Verkehrsversuch beeinträchtigen.
Kostenteiler für Massnahmen noch offen
Der Gemeinderat hat für die beiden Massnahmen zwei Verpflichtungskredite von 195'000 Franken beziehungsweise 130'000 Franken beschlossen. Der Kostenteiler mit den Agglomerationsgemeinden und dem Kanton bleibt noch zu klären. «Ich bin hocherfreut, dass wir eine Einigung erzielen konnten», wird der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz in der Mitteilung zitiert.
Gemeinderat Konrad Hädener ergänzt: «Wir sind zuversichtlich, dass der Lösungsansatz das Potenzial hat, die Verkehrssituation am rechten Seeufer zu verbessern, ohne negative Auswirkungen auf andere Verkehrsbeziehungen zu generieren. Dies muss jedoch vertieft geprüft werden.»
Verkehr ein Dauerbrenner in Region
Der Verkehr am rechten Thunerseeufer beschäftigt die Region seit Jahrzehnten. Die Hänge am See sind dicht besiedelt, der Raum für die Strasse begrenzt. Bei der Einfahrt in die Stadt gibt es Engstellen, die regelmässig zu Staus führen.
Für viele Gemeinden der Region brachte der «Bypass Thun Nord» ab 2018 die ersehnte Entlastung. Doch die Autofahrer vom rechten Seeufer standen wegen des Einbahnregimes in der Innenstadt nun noch länger im Stau. (pb/mgt/sda)