Stadt Zürich soll eine «Smart City» werden
Nach Ansicht der Motionäre steht Zürich – wie viele andere Städte auch – vor grossen Herausforderungen. Die fortschreitende Technologisierung von Alltag, Arbeitswelt und Ausbildung, der demografische Wandel, die wachsende Mobilität, das Bevölkerungswachstum sowie Projekte wie die 2000-Watt-Gesellschaft müssten umfassend angegangen werden, fordern die Grünliberalen.
Der digitale Wandel, die fortschreitende Automatisierung und die Vernetzung – nicht nur von Bewohnern, sondern auch von Dingen – böten grosse Chancen für neue, bürgernahe Lösungsansätze. Eine Möglichkeit seien zum Beispiel Sensoren bei der Strassenreinigung, die kaputte Strassen erkennen könnten.
Während andere Städte in Europa, insbesondere Wien und Barcelona, diesbezüglich nicht nur Pilotprojekte, sondern konkrete Strategien und klare Verantwortlichkeiten vorweisen können, sind in Zürich bisher höchstens einzelne Pilotprojekte geplant. Dies soll sich nun ändern: Mit einer klaren Strategie und einer zentralen Steuerung soll Zürich gezielt zur Smart-City entwickelt werden.
Lieber proaktiv handeln
Der Gemeinderat stimmte der Motion mit 65 zu 57 Stimmen zu. Die Entwicklung komme sowieso, da sei es besser, sie zu antizipieren. Allerdings kam auch die Forderung auf, dass minimale Ziele definiert und auch kritische Fragen aufgeworfen und beantwortet werden.
Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) sieht die Motion als Auftrag, auf dem bisher Erreichten aufzubauen und das Potenzial besser zu nutzen. Auch soll sich die Bevölkerung aktiv beteiligen können. Die Überweisung der Motion sei ein willkommener Rückenwind und quasi der offizielle Startschuss.
Gegen die Überweisung der Motion sprach sich die SVP-Fraktion aus. Sie befürchtete, dass mit diesem «sinnlosen Ökoprojekt» der Staatshaushalt aufgebläht und nur heisse Luft produziert werde.
Projektleiter hat Arbeit bereits aufgenommen
Die Stadt Zürich hat bereits reagiert. Per Ende Oktober hat sie bekannt gegeben, dass Peter Messmann die Smart-City-Strategie erarbeiten wird. Messmann hat die Projektleitung bereits am 14. November übernommen. Davor war er Leiter Telecom beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich.
Für die GLP ist diese Ernennung ein erster Schritt. Die Motion, deren Behandlung im Rat mehrmals verschoben wurde, sei damit aber noch nicht erfüllt. Der Stadtrat erntete für dieses «Vorpreschen» allerdings auch Kritik aus dem Parlament. (sda/aes)