Siegerprojekt für neuen Kreisgericht-Standort in St. Gallen entschieden
Das Kreisgericht St. Gallen soll in der als schützenswert geltenden Liegenschaft an der Schützengasse 1 einen neuen Standort erhalten. Dafür wird das ehemalige Kantonalbankgebäude umgebaut. Nun ist der Architekturwettbewerb entschieden.

Quelle: Bosshard Vaquer Architekten
Visualisierung: So soll sich der neue Standort des Kreisgerichts an der Schützengasse 1 dereinst präsentieren.
Das Kreisgericht St. Gallen ist das grösste der sieben Kreisgerichte des Kantons. Als erstinstanzliches Gericht behandelt es jährlich rund 3'400 Gerichtsverfahren im Zivil- und Strafrecht. Heute verteilt sich das Gericht auf die zwei Liegenschaften Bohl 1 und Neugasse 3/5 in der Stadt St. Gallen.
Die Standorte dienten aber seit Mietbeginn nur als Übergangslösung und seien für den Kreisgerichtbetrieb unzulänglich, heisst es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen von Donnerstag. Das Gericht soll deshalb in das ehemalige Kantonalbankgebäude an der Schützengasse 1 ziehen.
Die historische Liegenschaft wurde 1886 im Stil der Neurenaissance erstellt und befindet sich im geschützten Ortsbild Bahnhof, St.Leonhard-Strasse, Poststrasse der Stadt. Das Gebäude gilt als schützenswert und wurde 1916 mit einem zweigeschossigen Anbau erweitert, 1949 und 1956 folgten weitere innere und äussere Um- und Anbauten.
Für die Nutzung als neuen Kreisgerichtstandort soll die Liegenschaft erneuert und umgebaut werden. In Zuge dessen soll mit einer Instandsetzung auch die «einstige repräsentative Strahlkraft des ehemaligen Bankgebäudes wieder zum Ausdruck kommen», heisst es in der Mitteilung. Der Kanton erwarb die Liegenschaft 2002.
Originale Elemente in Innenraumgestaltung
In einem selektiven Projektwettbewerb suchte der Kanton nach Vorschlägen für die Erneuerung und den Umbau der Liegenschaft. Nun steht das Siegerprojekt fest. Gewonnen hat der Entwurf «Frieden» der Bosshard Vaquer Architekten GmbH aus Zürich und HallerIngenieure AG aus Baar.
Die Jury lobt das Projekt im Communiqué für «die behutsame und ressourcenschonende Auseinandersetzung mit dem Bestand». Das Team überzeuge mit ihrem räumlichen, funktionalen, wirtschaftlichen und denkmalpflegerischen Konzept. So werden unter anderem original erhaltene Elemente in die Innenraumgestaltung integriert.
Die Bauarbeiten für die Umnutzung des Gebäudes beginnen gemäss Mitteilung voraussichtlich im Herbst 2027. Die Fertigstellung ist frühestens für 2029 vorgesehen. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Kanton auf 28 Millionen Franken und wurden im November 2023 vom Stimmvolk genehmigt. (mgt/pb)
Das Siegerprojekt sowie die elf Mitbewerber können vom Montag, 31. März 2025 bis Mittwoch, 9. April 2025, auf der dritten Etage der Hauptpost in St.Gallen besichtigt werden.