Bauprojekte im Kanton Graubünden und Glarus: Innovations-Hub verzögert sich
Pontresina soll ein neues Bahnhof-Gebiet und Wohnraum erhalten, in La Punt Chamues-ch verzögert sich der Innovations-Hub von Foster und in Glarus erhält ein Alterszentrum einen Neubau. Eine Übersicht zu Projekten im Kanton Graubünden und Glarus.
Quelle: Hornberger Architekten AG
Visualisierung: Mit dem Projekt B «Areal Prasüras» soll gegenüber dem Bahnhofareal eine Wohnbebauung entstehen, die insbesondere bezahlbaren Wohnraum für Einheimische bietet.
Neues Bahnhof-Gesicht und bezahlbarer Wohnraum in Pontresina
Pontresina – Der Bahnhof Pontresina ist eine wichtige Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr. Gleichzeitig besteht im Gebiet Potenzial für eine ortsbauliche Entwicklung und neuen Wohn- und Gewerberaum. Die Gemeinde Pontresina, die RhB Immobilien AG und die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus wollen deshalb mit drei aufeinander abgestimmten Projekten das Bahnhofareal und die Sportarena Cuntschett neugestalten, neuen Wohnraum schaffen und die Verkehrssituation verbessern. Im Projekt «Bahnhofgebiet Pontresina» steht die Neugestaltung des Bahnhofplatzes im Zentrum. Zudem sollen im Bereich Bahnhofareal Nord Neubauten mit Wohn- und Gewerberäumen entstehen und ein Ersatzneubau der bestehenden Jugendherberge mit Restaurant und Sportzentrum realisiert werden.
Den Zuschlag für den Projektteil erhalten hat das
Architekturbüro Giubbini Architekten ETH SIA aus Chur. Teil der Planung ist
auch eine Umnutzung des Erdgeschosses im Bahnhofgebäude, die durch die Zürcher
Büros Schneider Studer Primas GmbH und Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur
und Städtebau GmbH realisiert wird. Das zweite Projekt «Areal Prasüras» sieht
die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für Einheimische gegenüber dem
Bahnhofareal vor (siehe Visualisierung oben). Das Vorhaben wird durch die Hornberger
Architekten AG aus Zürich und dieGardens Gartenideen AG aus Horgen realisiert.
Noch nicht abgeschlossen ist der Wettbewerb für das dritte Projekt um die
Erneuerung und Ergänzung der Sportarena Cuntschett. Dessen Resultate sollen
Ende Jahr vorliegen.
Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden
Quelle: Foster + Partners
Innovations-Hub von Norman Foster verzögert sich
La Punt Chamues-ch – Ein Campus für Arbeitstourismus – so könnte man das Projekt «InnHub La Punt» in etwa beschreiben, das dereinst in der Gemeinde La Punt Chamues-ch entstehen soll. Konkret geplant ist ein zweigeschossiges Gebäude, das auf einer Gesamtfläche von 7330 Quadratmetern Workshop- und Unterrichtsräume, Arbeitsplätze, ein Auditorium, sportliche Trainingsinfrastruktur, ein Spa, gastronomische Angebote und Ladenflächen, Hotelzimmer sowie Mietwohnungen umfassen wird. Der Entwurf für den Neubau stammt von Architekt Norman Foster.
Der «InnHub» soll laut der Bauherrin InnHub La Punt AG als moderne Holzkonstruktion mit Holz aus regionalen Wäldern und regionaler Verarbeitung gebaut werden. Die Energiegewinnung soll durch Sonnenlicht und eine Heizanlage mit Wärmepumpen erfolgen. Im vergangenen Dezember erteilte die Gemeinde dem Projekt die Baubewilligung. Die Bauarbeiten sollten eigentlich im Frühsommer 2024 starten. Bislang sind die Bagger aber noch nicht aufgefahren, denn der Baustart wurde laut einem Bericht von RTR auf 2025 verschoben. Grund dafür ist das überarbeitete Budget, das die vorgesehenen 90 Millionen Franken für den Campus übersteigt. Die Eröffnung ist deshalb neu im Jahr 2028 vorgesehen.
news.innhub.ch
Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden
Quelle: Fanzun/Repower
Visualisierung: So soll sich die Solaranlage «Madrisa» in Klosters dereinst präsentieren.
Grünes Licht für alpine Solaranlage «Madrisa» in Klosters
Klosters – Während andere Solarprojekte im Kanton Graubünden bei den Standortgemeinden zumeist auf Granit stossen, sieht es in Klosters anders aus. Hier könnte auf 2000 Metern über Meer bald die alpine Solaranlage «Madrisa» entstehen. Hinter dem Projekt, das durch die Madrisa Solar AG realisiert wird, stehen das Energieunternehmen Repower, die Gemeinde Klosters und die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG. Konkret sollen auf rund 156 821 Quadratmetern im Gebiet «Züg» auf Madrisa rund 25 200 Solarmodule installiert werden.
Diese sollen dereinst eine Gesamtleistung von ungefähr 10,8 Megawattpeak erzielen und damit neben Haushalten auch die Bergbahnen mit Strom versorgen. Der Standort ist durch die geografische Lage und die bereits vorhandene touristische Infrastruktur mit Bergbahnen und Wanderwegen gut erschlossen. Die Stimmberechtigten von Klosters hatten dem Projekt bereits im Oktober 2023 an der Gemeindeversammlung zugestimmt. Im August erteilte die Bündner Regierung dem Projekt die Baubewilligung. Das Projekt basiert auf dem «Solarexpress» des Bundes. Damit eilt die Umsetzung etwas, denn um von der Förderung profitieren zu können, müssen bis Ende 2025 mindestens zehn Prozent der erwarteten Produktion der gesamten geplanten Anlage oder 10 Gigawattstunden ins Netz eingespeist werden.
Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden
Quelle: Adrian Michael, Eigenes Werk, wikimedia, CC BY-SA 3.0
Soll um 14 Meter erhöht werden: Der Marmorera-Staudamm.
Marmorera-Staudamm soll 14 Meter höher werden
Surses – Nachdem das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) dieses Jahr bereits zwei Solarprojekte in Graubünden begraben musste, setzt der Energieversorger nun bei der Wasserkraft an und prüft in Surses eine Erhöhung des Staudamms beim Marmorerasee um 14 Meter. Mit einer Dammerhöhung zusammen hängt auch eine Verlegung der Passstrasse über den Julier, die direkt am Stausee entlangführt. Wie EWZ-Direktor Benedikt Loepfe im April gegenüber dem «Bündner Tagblatt» sagte, ist die Projektierung bereits weit fortgeschritten. Man befinde sich wegen der zu verlegenden Passstrasse bereits in «sehr guten Gesprächen» mit dem Bundesamt für Strassen (Astra). Laut Loepfe ist die Strasse zudem sowieso erneuerungsbedürftig.
Mit der Staudammerhöhung sollen zusätzlich 50 Gigawattstunden Strom pro Jahr produziert werden können. Das Projekt ist zudem Teil der 15 Projekte, auf die man sich am «Runden Tisch Wasserkraft» mit der damaligen Bundesrätin Simmoneta Sommaruga geeinigt hatte. Die Zukunft des EWZ in Surses ist aktuell aber noch offen. Denn die Gemeinde hat einen Antrag des EWZ abgelehnt, das seine bestehende Konzession vorzeitig verlängern wollte. Surses will sich alle Optionen offenhalten. Die Wasserrechtskonzessionen laufen am 31. Mai 2035 aus, die Gemeinde muss mindestens zehn Jahre vorher entscheiden, ob sie mit einer Verlängerung einverstanden ist. Geprüft wird jetzt die Möglichkeit eines sogenannten «Heimfalls», mit dem die Gemeinde die Wasserkraftwerke ab 2035 mit dem Kanton selber übernehmen würde. Die EWZ teilte Anfang Jahr mit, dass sie der Gemeinde und dem Kanton ein Angebot für eine neue Konzessionierung unterbreiten wird.
Weitere Bauprojekte im Kanton Graubünden
Quelle: PD
Visualisierung: So soll sich das Alterszentrum Bruggli in Netstal dereinst präsentieren.
Alterszentrum Bruggli in Glarus: Ein Neubau und eine sanfte Renovierung
Glarus – Das Alterszentrum Bruggli in Netstal wird im Rahmen des Projekts «Rotaerd» umgebaut und um einen Neubau erweitert. Bauherren sind die Glarner Alters- und Pflegeheime (GAP). Auf der Westseite, wo früher der Parkplatz des AZ Bruggli war, wird ein sechsstöckiger Neubau errichtet, der im Parterrebereich einen grossen Fitnessbereich mit Therapierraum, einen Wasch- und Trocknungsraum sowie die Haustechnik und Keller beinhaltet. Im ersten bis zum fünften Obergeschoss sollen jeweils zwei 2½-Zimmer-Wohnungen und eine 3½-Zimmer-Wohnung Platz finden. Neben Lagermöglichkeiten der Hauswirtschaft soll es auf allen Etagen auch Begegnungsräume wie Ateliers, Jass-Zimmer oder eine Bibliothek geben.
In einer zweiten Etappe soll zudem das bestehende Altersheim einer sanften Renovation unterzogen werden. Geplant ist eine Umgestaltung des heutigen Speisesaals im ersten Obergeschoss zu einem öffentlichen Restaurant mit Terrasse sowie die Einrichtung von Personalräumen. Durch Umbauten bestehender Zimmer sollen zudem mehrere neue Alterswohnungen entstehen. Im zweiten Obergeschoss entstehen 19 Pflegezimmer, im dritten und vierten Obergeschoss 18 betreute Wohnungen. Darüber hinaus soll der Aussenbereich um Begegnungszonen und einen Kinderspielplatz ergänzt werden. Der Entwurf für das Projekt stammt von Bob Gysin Architekten aus Zürich. Die erste Bauetappe mit dem Neubau ist Anfang 2024 gestartet. Bis März 2026 soll das Gesamtprojekt vollendet sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 25,5 Millionen Franken.
www.hssp.ch – www.aph-glarus.ch
Weitere Bauprojekte im Kanton Glarus