Wo Pilger und Händler rasteten
Grosse Ehre für das Hospiz auf dem Gipfel des Gotthards: Morgen Samstag wird der historischen Gaststätte bei einer Zeremonie das Label des Europäischen Kulturerbes überreicht.
Mit dem Hospiz wird in der Schweiz die dritte Stätte aufgrund ihrer grossen europäischen kulturhistorischen Bedeutung ausgezeichnet. Ebenfalls mit dem Label versehen wurden die Kathedrale St-Pierre in Genf und das Schloss La Sarraz im Bezirk Morges im Kanton Waadt.
Seit Jahrtausenden wird der Gotthardpass als wichtige Verbindung zwischen Nord und Süd genutzt. Und ebenfalls seit Jahrtausenden haben hier die Menschen ihre Spuren hinterlassen. Die ältesten Zeugnisse davon legt die präromanische, vermutlich karolingische Kapelle ab, auf deren Grundmauern später zwei weitere Gebäude errichtet wurden. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das St. Gotthard Hospiz im Jahr 1237. Seine heutige Form erhielt das Hospiz im Jahr 1623. Ursprünglich bestand es aus gerade Mal aus vier Räumen auf zwei Stockwerken, es wurde aber im Laufe der Jahrhunderte erweitert. Denn hier boten Kapuzinerbrüder zwischen 1683 und 1841 den zahlreichen Rompilgern, Händler und den übrigen Reisenden eine Herberge. Aus dieser Zeit stammt auch der Name „Kapuzinerhospiz“. Mittlerweile hat die Gotthardstiftung während der letzten Jahre die Gotthardstiftung fast alle Gebäude auf der Passhöhe renoviert. Besonderes Schmuckstück hierbei ist die Restaurierung des Gotthard Hospiz durch das Basler Architekturbüro Miller & Maranta.
Am 1. August öffnet das renovierte St. Gotthard Hospiz seine Türen für öffentliche Führungen. Zudem kommt Bundespräsidentin Doris Leuthard anlässlich der Bundesfeier auf den Gotthardpass. (mai)
Linktipp Weitere Informationen zur Geschichte des Gotthardpasses und des Hospizes gibt es im Historischen Lexikon der Schweiz: www.hls-dhs-dss.ch