Monatsstatistik September: Trotz Rückgängen robust
Das Schweizer Bauhauptgewerbe hat sich im September wieder abgeschwächt nach einem Zwischenhoch im August. Die Summe geplanter Hochbauprojekte ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4% zurück, die Zahl der Gesuche legte aber zu (+4,9%).
Massgeblichen Einfluss auf den Rückgang beim Hochbau hatte die Entwicklung der Bausumme bei den Mehrfamilienhäusern (MFH), die sich um 4,3% abschwächte, wie die Daten der Docu Media Schweiz GmbH zeigen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich jedoch die Summe im Segment Einfamilienhäuser um 1,1%. Anders verhält es sich bei Betrachtung der bisher im Jahr aufgelaufen Summe (Year to date – YTD), die Ende September beim MFH-Segment 5,3% über dem Vorjahreswert lag und den höchsten Wert der letzten sechs Jahre erreichte.
Nach wie vor absorbieren Renditeliegenschaften einen Grossteil des Investitionsvolumens. Im letzten Monat floss rund die Hälfte der geplanten Gesamtsumme erfasster Baueingaben in Mehrfamilienhäuser. Angesichts des Anlagenotstands bleibt deren Attraktivität ungebrochen. Dagegen sank die YTD-Summe des EFH-Segments um 2,2%. Über alle erfassten Hochbauprojekte gesehen ergab sich in den neun Monaten dieses Jahres schweizweit eine leichte Zunahme von 0,6%.
Industrie- und Bürobau schwächeln
Aufgrund der nach unten revidierten Wachstumsprognosen der Gesamtwirtschaft scheint die Industrie zurückhaltender zu sein mit Ausbauprojekten. Nach zwei Monaten mit hohen zweistelligen Zuwachsraten ist die Bausumme in diesem Bereich stark rückläufig (-43,1%). Dank des guten bisherigen Verlaufs lag die YTD-Summe im Industriebau aber 16,3% über dem Vorjahr. Der Bürobau musste nach einem Auf und Ab in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Rückgang von 32,7% verkraften, der YTD-Wert lag aber immer noch im Plus (+3,1%).
In der Deutschschweiz wuchsen die Hochbauinvestitionen in den letzten drei Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode beachtlich (Juli +5,1%; August +16,7%; September +5,9%). Dagegen waren die Entwicklungen in der Romandie und im Tessin uneinheitlich – mit ausgeprägteren Veränderungsraten.
Die Bauregion Zürich musste im September ein Minus von 12,4% hinnehmen, wobei fast ein Viertel mehr Gesuche eingingen. Noch im August erreichte die Summe den höchsten Stand der letzten zehn Jahre. In den ersten neun Monaten stieg im Kanton der Gesamtwert der Gesuche leicht um 0,6%. Auch in Bern war die aggregierte Summe der Hochbauprojekte negativ (-5,7%) nach einem guten Vormonat (+11,9%). Doch lag die per Ende September aufgelaufene Summe auch in diesem Kanton deutlich über jener des Vorjahres (+15,1).
Dramatischer war die Lage in Genf. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Bausumme um 66,5% eingebrochen nach rasanten Wachstum im Vormonat. Aufs Jahr gesehen lag die Bausumme in Genf nach neun Monaten aber immer noch deutlich im Plus (YTD: +28,0%). Auch in der Waadt folgte auf einen fulminanten August (+58.2%) ein starker Rückgang (-36,3%), wobei Ende September auch die aufgelaufene Summe zurückging (-4,9%).
Grossprojekte stützen Wachstum
Der Kanton Aargau kann im September mit einem Plus von 41,8% das hohe Wachstumstempo halten (Vormonat: +46,1%), auch dank Grossprojekten wie einem Rechenzentrum für 40 Millionen Franken und geplanten Mehrfamilienhäusern für gesamthaft über 90 Millionen. Der YTD-Wert befand sich 23,7% höher als im Vorjahr. In Luzern erhöhte sich die Bausumme analog zum Vormonat um ein Drittel.
Geplant sind Grossprojekte wie der Neubau des Kantonsspitals in Wolhusen (80 Millionen) und Mehrfamilienhäuser für gesamthaft über 134 Millionen. Der YTD-Wert erhöhte sich um 3,5%. Im Wallis kletterte die Bausumme um 20,7%, nachdem diese im Vormonat noch stagnierte (+0,75%). Stark zu Buche schlug die Eingabe in Lens bei Crans-Montana, wo ein Hotelkomplex für 154 Millionen geplant ist. Ende September lag der YTD-Wert 10,7% über dem Vorjahr.