Bündner Bauwirtschaft hat Corona-Delle bewältigt
Die Bündner Baubranche hat 2024 ein Bauvolumen realisiert, dass mit 1’017 Millionen Franken die Milliarden-Grenze wieder überschritten hat. Letztmals war das 2021 der Fall gewesen. Gegenüber dem Vorjahr resultierte eine Zunahme von 3,1 Prozent. Diese ist laut dem Graubündnerischen Baumeisterverband im Wohnungsbau und im Tiefbau begründet.
Nach den Verwerfungen im Umfeld der Corona-Pandemie habe sich die Bauwirtschaft «auf dem soliden Niveau von rund einer Milliarde Franken» konsolidiert, teilte der Graubündnerische Baumeisterverband (GBV) am Mittwoch mit.
Einen wesentlichen Beitrag zur stabilen Nachfrage leistete der Tiefbau. Sein Anteil an der Bautätigkeit erreichte gemäss der Mitteilung wieder 55 Prozent, nachdem er im Vorjahr auf 50 Prozent gesunken war. «Der öffentlich geprägte Tiefbau behält damit seinen hohen Stellenwert für die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden», schrieb der Branchenverband.
«Aus meiner Sicht steht die Zunahme der Bautätigkeit im Umfang von 3,1 Prozent in einem gesunden Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt, zur allgemeinen Teuerung und zur volkswirtschaftlichen Entwicklung in unserem Kanton», erklärte der Geschäftsführer des Verbands, Andreas Felix, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
«Zunehmende Verzögerung»
Die Auftragseingänge gingen 2024 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 10,7 Prozent zurück. Im langjährigen Vergleich liegen sie damit auf eher tiefem Niveau. Einen möglichen Grund sieht der Verband «in der zunehmenden Verzögerung von Projekten», welche durch Einsprachen blockiert seien. Für das laufende Jahr 2025 erwartet die Branche eine ähnliche Nachfragesituation wie im vergangenen Jahr.
Für die Zukunft bezeichnet Felix «die Gewinnung, das Halten und die Förderung von qualifizierten Kadern und Fachkräften» als die grösste Herausforderung für die Branche im Alpenkanton. Mit den revidierten und modernen Bildungserlassen von der Grundbildung bis zur Höheren Fachbildung habe die Branche die entsprechenden Weichen bereits gestellt.
Die Bauwirtschaft leistet gemäss eigenen Angaben einen Beitrag von 10 Prozent an die Wertschöpfung der Bündner Volkswirtschaft. Im Bauhauptgewerbe Graubündens waren per Ende Juni 2024 insgesamt 4985 Personen tätig. Das sind 224 Personen mehr als 2023 (+4,7 Prozent). «Die Zahl der Beschäftigten liegt damit ähnlich hoch wie letztmals im Jahr 2018», betonte der Baumeisterverband. (sda)